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Der Dalmatiner
Die Herkunft des Dalmatiners ist ungewiss, und es
werden viele Legenden um sein Woher gesponnen. So wird zum Beispiel
gemeint, er habe seinen Ursprung im indischen Bengalen, worauf auch
die Namen Bengalischer Bracke oder „ Tigerhund „ hinweisen. Selbst
der französische Name „ Braque de bengale „ durch die F.C.I., dem
Welthundeverband, nimmt Bezug auf diese indische Herkunft.
Allerdings hat der Verband Dalmatien im ehemaligen Jugoslawien die
Herkunft zugesprochen. Die frühesten konkreten Hinweise auf seine
Existenz an der Adria stammen von Bildern italienischer Maler aus
dem 16. Jahrhundert.

Auf eine jugoslawische Heimat weist auch der Name
Ragusanischer Bracke hin. Ein Episkopus Petrus Bakich soll 1719
Aufzeichnungen aus dem Jahr 1374 erwähnt haben, in dem ein „ canis
dalmaticus „ als weißer, schwarz- oder braungefleckter Jagdhund von
der Größe unseres heutigen Dalmatiners aufgeführt wurde. Dort ist er
offenbar dem Wild auf dessen Fährte gefolgt und hat es gestellt.
Durch sein unterschiedliches Bellen ließ er die nacheilenden Jäger
wissen, welchem Wild er folgte, wo es sich befand und ob er es
bereits gestellt hatte. Sowohl mit dem aus Spanien stammenden
Pointer wie auch mit östlichen Laufhunden, von denen eine ganze
Reihe in Ländern von Griechenland bis Polen lebt, hat er Ähnlichkeit
im Körperbau und der sonstigen Erscheinung. Da sich diese
Rassengruppen gegenseitig entwickelt haben, kann sehr wohl auch der
Dalmatiner dabei herausgezüchtet worden sein. Allerdings scheint er
das weiße Fell mit vielen schwarzen oder braunen Flecken schon sehr
früh durch eine Mutation (sprunghafte Veränderung bestimmter Gene,
und damit vererbbar) erworben zu haben. Diese Mutation vererbt
dominant, denn unter den Mischlingen, die aus Verbindungen mit
anderen Hunden entstehen, sind etwa zur Hälfte solche mit geflecktem
Haarkleid. Ferner ist die schwarzgetüpfelte Form dominant über die
braungetüpfelte, was erklärt, warum letztere viel seltener zu sehen
ist.

Schon aus dem
Ägypten sind Bildnisse solcher weißen Hunde mit dunklen Tupfen
überliefert, die auch im Körperbau den Pharaonenhunden ähnelten.
Vielleicht sind die getüpfelten Hunde aus ihnen schon vor
Jahrtausenden entstanden und durch Zucht vermehrt worden. Da die
Ägypter und nach ihnen die Karthager, Griechen und Römer die Welt
rund ums Mittelmeer und bis nach Indien beherrschten, nahmen sie die
Hunde mit den schwarzen Flecken als Geschenke zu Oberhäuptern ihnen
genehmer Völker mit. Auf diese Weise kamen sie seltenen und
hochgeschätzten Hunde auch nach Dalmatien. Jedoch auch hier waren
sie zeitweise selten. Dieses Kommen und Gehen im Lauf der Geschichte
hat sich für den gefleckten Hund durch die Jahrhunderte
verschiedenen Ländern fortgesetzt. Gemälde, die im 16. Jahrhundert
in Italien entstanden, zeigen Hunde, die dem heutigen Dalmatiner so
ähnlich sehen, dass man sie als seine direkten Vorfahren annehmen
kann. Ob er früher Stöberer, Fährten-, oder Vorstehhund gewesen ist,
weiß man ebenso wenig, obwohl die Bilder ihn oft bei Jagdszenen
zeigen. Andere Quellen sehen in ihm den früheren Wach- und/oder
Hütehund. Das er zu allem Genannten imstande wäre, ist
unbestreitbar, denn die Fähigkeiten für die genannten Aufgaben würde
er auch heute spielend erbringen.
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Charakter
Der
Dalmatiner ist von freundlicher aufgeschlossener Art. Er ist treu,
anhänglich und sehr lieb, aber auch sensibel. Die Stimmung seiner
Menschen überträgt sich leicht auf ihn. Da er aber von fröhlicher
Natur ist, reißt er mit seiner guten Laune meistens auch sein
Herrchen und Frauchen mit. Auch hat er ein sehr gutes Gespür dafür,
wer es mit seinen Menschen und ihm gut meint. Diesen Personen ist er
stets freundlich zugetan. Auch schlechte Behandlung vergißt er
nicht. Er zieht sich dann eher zurück und trauert. Selbst bösartige
Fremde meidet er eher als daß er sie angreift. Angst kennt er jedoch
nicht und weiß sich und seine Familie zu verteidigen, kommt Ungemach
oder Gefahr auf sie zu. Doch nie ist er aggressiv oder scharf,
allerdings ob seine Größe schon ein guter Wachhund. Im Haus schlägt
er kurz an, wenn jemand zu melden ist, wartet dann gelassen ab.
Scheu und unzugänglich zeigt sich der Dalmatiner nur, wenn er im
Welpenalter zu wenig Kontakt zu Menschen hatte (Zwingerhund), oder
wenn er von Leuten gehalten wird, die ihn hart erziehen und vom
Umgang mit Menschen fernhalten. Seiner natürlichen Veranlagung
entsprechend sollte er von klein an Kontakt zu freundlichen Menschen
bekommen. Auch seine Verspieltheit, insbesondere Kindern gegenüber,
kann schon im frühen Welpenalter gefördert werden.
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Rasseportrait
Allgemeines Erscheinungsbild:
Der Dalmatiner ist ein augenfällig getupfter, starker, muskulöser und
lebhafter Hund. Er ist symmetrisch in seinen Umrissen, frei von
Grobheiten und Schwerfälligkeiten und fähig, mit großer Ausdauer
schnell zu laufen.
Verhalten und Charakter:
Angenehmes Wesen, freundlich, nicht scheu oder zurückhaltend und frei von
Nervosität und Aggressivität.
Kopf und Schädel:
Der Kopf ist von guter Länge. Der Schädel soll flach, zwischen den Ohren am
breitesten und an den Schläfen gut geformt sein. Er soll einen
deutlichen Stop aufweisen. Falten sind unerwünscht. Der Fang ist
lang und kräftig und darf spitz zulaufen. Die Lefzen sollen eng am
Kiefer anliegen und nicht überhängen. Die Nase ist beim schwarz
getupften Farbschlag immer schwarz und beim braun getupften
Farbschlag entsprechend braun.
Fang und Gebiss:
Kräftige Kiefer mit perfektem, regelmäßigem und vollständigem
Scherengebiss.
Augen:
Die Augen sollen mäßig auseinander liegen und von mittlerer Größe sein; rund,
klar und funkelnd, mit einem intelligenten Ausdruck. Beim schwarz
getupften Farbschlag müssen die Augen dunkel und beim braun
getupften Farbschlag mittelbraun bis bernsteinfarbig sein. Die
Lidränder sind beim schwarz getupften Farbschlag durchgehend schwarz
oder sehr dunkel und beim braun getupften Farbschlag durchgehend
braun.
Behang:
Die Ohren sind hoch angesetzt, von mittlerer Größe und ziemlich breit im
Ansatz. Am Kopf anliegend getragen, werden sie allmählich schmäler
bis zu ihrer abgerundeten Spitze. Sie sind dünn und fein in ihrer
Struktur und gut getupft.
Hals:
Der Hals soll mäßig lang, gut gewölbt und leicht sein. Er soll zum Kopf hin
schmaler werden und ganz ohne Wamme sein.
Körper:
Die Brust
soll tief und geräumig sein. Die Rippen sind gut gewölbt und vom
Widerrist gut abgesetzt. Der Rücken ist kraftvoll und gerade und die
Lenden stark bemuskelt und leicht gewölbt.
Rute:
Ungefähr bis zum Sprunggelenkhöcker reichend, kräftig am Ansatz und gegen das
Ende gleichmäßig dünner werdend und keinesfalls grob. Die Rute soll
weder zu tief noch zu hoch angesetzt sein. Leichte Aufwärtsbiegung,
aber keinesfalls geringelt. Tupfen sind erwünscht.
Gliedmaßen
Vorhand:
Die Schultern sollen leicht schräg und trocken bemuskelt sein. Die Ellbogen müssen
eng am Körper anliegen. Die Vorderläufe sind völlig gerade,
starkknochig und kräftig. Die Vorderfuß-Wurzelgelenke sollen
Elastizität zeigen.
Hinterhand:
Muskeln stark
entwickelt und gut sichtbar. Kniegelenke gut entwickelt. Leicht
angewinkelte Sprunggelenke. Von hinten gesehen sind die Läufe
parallel.
Pfoten:
Rund, fest,
mit gut gewölbten Zehen (Katzenpfoten) und runden, zähen,
elastischen Ballen. Die Zehennägel sind schwarz oder weiß beim
schwarz getupften Farbschlag, beziehungsweise braun oder weiß beim
braun getupften.
Gangwerk, Bewegung:
Völlig gelöster Bewegungsablauf und regelmäßige, kraftvolle, rhythmische
Bewegung mit ausgereiftem Schritt. Von hinten gesehen bewegen sich
die Läufe parallel, die Hinterhand in die Spur der Vorderhand
tretend. Kurze Bewegung sind fehlerhaft.
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Größe und Gewicht
Die Ausgewogenheit der Proportionen ist von hoher Bedeutung.
Größe Rüden
56-61 cm, Idealgrößen 58-59 cm
Hündinnen
54-59 cm, Idealgrößen 56-57 cm
Idealgewicht
Rüden: ca. 27 Kg
Hündinnen: ca. 24 Kg
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Bewegung
Bewegung kann dem Dalmatiner nie zuviel sein und er
ist schwer zu erschöpfen. Er wird wenigstens zwei Stunden flotten
Gehens und Herumtollens benötigen, was für Sie etwa acht bis zehn
Kilometer, für den Hund mindestens die doppelte Strecke ausmachen
wird. Mit dem Fahrrad sind 15 bis 20 Kilometer eine passende
Strecke. Zwischendurch wird ihm ausreichend Gelegenheit für eine
Pause geboten, die Sie jedoch meistens mehr benötigen als Ihr
Vierbeiner. Für junge Hunde steigern Sie die Strecke von anfänglich
vier bis fünf Kilometer allmählich, für ältere nehmen Sie
entsprechend zurück, wobei Sie dann ja schon ein Fingerspitzengefühl
für das richtige Maß haben werden. Bei der genannten Bewegung,
möglichst auf zwei Einheiten pro Tag aufgeteilt, lässt sich der
Dalmatiner auch in einer Stadtwohnung gut halten. Idealer ist ein
Haus mit Garten, was aber nicht die stramme Bewegung für und mit ihm
ersetzen darf.
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Leben mit Kindern
Der Dalmatiner ist für das Zusammenleben mit Kindern vortrefflich
geeignet. Er ist verspielt und recht sanft in seinem Umgang mit
kleinen Menschen. Auch liebt er die Streicheleinheiten, die er von
einem Kind erhält. Am besten ist es, wenn der Hund als Welpe in die
Familie mit Kindern kommt und bei ihnen aufwächst. Sie lernen sich
blind verstehen.
Wichtig:
Wenn sich Ihr Kind einen Hund wünscht, dann muß es auch Ihr Wunsch sein. Denn Sie
werden voll einbezogen in dieses Unternehmen, das Ihnen mit dem Hund
ein weiteres Familienmitglied beschert.
Auch stehen Sie irgendwann, und sei es nur für die Dauer einer Klassenreise,
ganz alleine in der Verantwortung für ihn. Doch nehmen Sie dem Kind
nicht zuviel Verantwortung ab, denn der Hund ist ein stiller , aber
guter Erzieher.
Kinder profitieren vom Zusammenleben mit dem Hund, fühlen sich beschützt,
haben einen nimmermüden Spielkameraden in ihm, und einen Vertrauten,
der alles für sich behält, was ihm an Kummer anvertraut wird. Für
das Einzelkind gibt es nicht nur den sonst oft vermißten
Körperkontakt, sondern auch den benötigten seelischen, hört er sich
doch alle Sorgen geduldig an. Der Hund ist immer für das Kind, den
jugendlichen da und hilft, die Traurigkeit zu verdrängen. Sogar
Eltern und anderen Menschen nicht gewagte Gespräche hört sich der
Dalmatiner geduldig an.
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Impfplan
Um den Hund
vor Infektionskrankheiten zu schützen, sollte er geimpft werden. Es
gibt Krankheiten, die dem Hund schwer zu schaffen machen oder ihn
sogar sterben lassen können. Da es inzwischen Impfstoffe gegen die
fünf schweren Hundeerkrankungen gibt (die nicht alle auf den
Menschen übertragen werden können), kann diese Gefahr gebannt
werden. Schon beim Züchter erhält der Welpe seine erste Impfung
gegen diese fünf Infektionskrankheiten. Spätere Nachimpfungen sind
notwendig, denn keine Schutzimpfung hält ein Hundeleben lang vor.
Gegen was und wie oft geimpft werden muss, ersehen Sie aus folgender
Übersicht.
Ca. 8 Wochen
Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Pavovirose, Zwingerhusten
Ca. 14 Wochen
Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Pavovirose, Zwingerhusten
Ca. 16 Wochen
Tollwut
Ca. 1 Jahr mit jährlicher Auffrischung
Leptospirose, Pavovirose, Zwingerhusten, Tollwut
Ca. 2 Jahre mit Auffrischung alle 2 Jahre
Staupe, Hepatitis
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Schwachstellen
Manchmal zuviel Harnsäure
Taubheit
Züchterauswahl
Nachdem Sie
sich für einen Dalmatiner entschieden haben, kommt die Suche nach
Ihrem vierbeinigen neuen Familienmitglied in Betracht. Gewiß werden
Sie Dalmatinerhalter angesprochen und Ihr Interesse an der Rasse
kundgetan haben. Oft erhalten Sie so schon die Adresse einer
Züchterin, eines Züchters. Sonst stehen Verkaufsanzeigen in den
Wochenendausgaben der Tageszeitungen, gelegentlich auch eine mit
Dalmatinerwelpen. Wenn Sie sich schon etwas auskennen und
Hundeschauen besucht, eine Fachzeitschrift oder ein Fachbuch gelesen
haben, werden Sie auf Anschriften der Hundezucht-Verbände oder
Dalmatiner-Clubs stoßen. Unter deren Anschriften finden Sie stets
die Adresse eines Vorstandsmitglieds, das die Welpenvermittlung
übernimmt. Dort kann Ihnen gesagt werden, welcher Züchter des
Verbandes oder Clubs zur Zeit Welpen abzugeben hat.
Was zeichnet einen seriösen Züchter aus ?
Kaufen Sie Ihren Dalmatinerwelpen nur bei einer Züchterin oder einem Züchter,
wo die Hunde in echtem Familienverband leben.
Dort gehören die Hunde zum Rudel, haben ihren festen Platz innerhalb der Familie
und werden liebevoll gehalten. Die Zucht ist für solche Leute eine
Liebhaberei, und sie haben dabei kein Profitdenken im Sinn.
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(Wir möchten uns den vielen guten Dalmatinerbeiträgen anschießen)
QUELLE
Horst Bielfeld, Dalmatiner, Falken
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